Rothenburg soll eine lebenswerte Stadt sein.
Eine Stadt, die auch in Zukunft für uns alle Heimat ist.
Unsere Stadt soll ein Ort bleiben, an dem man gerne lebt. Dazu braucht es eine Infrastruktur, die mitwächst und sich mitentwickelt, Wohnungen, die bezahlbar und energetisch sinnvoll sind, und einen öffentlichen Raum, der nicht bloß Kulisse, sondern Teil eines funktionierenden Alltags sind.
„Denkmalschutz soll nicht verhindern, sondern Chancen ermöglichen.“
Der Denkmalschutz leistet dabei einen unverzichtbaren Beitrag zur Identität unserer Stadt. Doch wenn ganze Ortsteile entgegen einer überwältigenden Mehrheit im Stadtrat unter Ensembleschutz gestellt werden sollen und damit grundlegende Modernisierungen wie Photovoltaikanlagen oder energetische Sanierungen, erschwert oder faktisch unmöglich gemacht würden, dann ist das ein Ungleichgewicht, das wir korrigieren müssen.
Der Schutz historischer Bausubstanz darf die notwendige Weiterentwicklung nicht ausbremsen. Wer in der Altstadt lebt, soll nicht gezwungen sein, zwischen Tradition und Zukunft zu wählen. Es braucht rechtssichere Lösungen, die beides vereint – denn auch in denkmalgeschützter Umgebung muss modernes, nachhaltiges und individuelles Leben möglich sein.
Ich setzte mich deshalb dafür ein, dass PV-Anlagen auch in der Innenstadt unter klar definierten Bedingungen realisierbar werden. Der historische Charme der Altstadt darf nicht verloren gehen, er darf aber auch nicht zum Hemmschuh für klimagerechtes Bauen und Wohnen werden.
Die energetische Transformation wird kommen – ob wir bereit sind oder nicht. Ich bin überzeugt, dass wir den Wandel besser bewältigen, wenn wir ihn rechtzeitig und vorausschauend angehen. Nicht mit hektischem Aktionismus, sondern mit Augenmaß. Die Vorgaben des neuen Wärmeplanungsgesetzes sind eine Herausforderung – aber auch eine Chance, die richtigen Fragen zu stellen: Wie sichern wir die energetische Versorgung, wie entlasten wir Eigentümerinnen und Eigentümer, wie stärken wir die regionale Energieerzeugung? Rothenburg sollte dringend anfangen sich diesen Fragen zu stellen!
Wer durch Rothenburg geht, soll sich willkommen und wohl fühlen. Unser Stadtbild lebt von seiner Geschichte. Aber es lebt nur, wenn wir es pflegen. Leerstände, vernachlässigte Einfallstore oder zugewachsene Aussichtspunkte sind stille Botschaften – sie sagen: Hier wird nicht hingeschaut. Ich möchte, dass wir wieder hinschauen und stärker auf die Wirkung unserer Stadt achten – nicht nur für Touristinnen und Touristen, sondern vor allem für die, die hier wohnen.
Eine lebenswerte Stadt braucht Plätze zum Verweilen, grüne Inseln und sichtbares Engagement.
„Nicht alles ist möglich – aber vieles ist nötig. Und manches einfach überfällig.“
Ich möchte dass zukünftig alle zu treffenden Maßnahmen auf das Ziel eines lebenswerten Rothenburgs einzahlen, ob es um das Stadtbild geht oder um bezahlbaren Wohnraum, um die Konzeptionen von Neubaugebieten, die energetische Transformation, das Management der stadteigenen Wohnungen, für die wir tragbare Konzepte und Ideen brauchen, um die Weiterentwicklung der Verkehrsberuhigung in der Altstadt und in Siedlungsgebieten, die nicht ohne die Anwohner geplant werden darf, um die Parkraumkonzeption bei großen, auch mehrtägigen Veranstaltungen.
Jede Veränderung, die wir freiwillig oder durch gesetzliche Vorgaben aktiv angreifen, soll die Lebensqualität der Menschen in Rothenburg ob der Tauber steigern.
So werden wir attraktiv für Menschen, die in Rothenburg leben und sich entfalten wollen. So stärken wir nicht nur die Gemeinschaft der Bürgerinnen und Bürger, sondern sorgen damit auch für eine nachhaltige Entwicklung Rothenburgs als lebenswerte Stadt und als einen Ort mit Zukunft.