Gemeinsam für ein lebenswertes Rothenburg

Veranstaltungsreihe Vogelperspektiven in der Molkerei in Rothenburg ob der Tauber. 

Bei der zweiten Ausgabe seiner Gesprächsreihe „Vogelperspektiven“ hat OB-Kandidat Florian Vogel in der Molkerei den Blick auf die Lebensqualität in Rothenburg gerichtet – mit den Schwerpunkten Kultur, Freizeit und Soziales.

Wofür steht Florian Vogel, der designierte OB-Kandidat für Rothenburg? Diese Frage führte kürzlich mehr als 150 Rothenburger zur zweiten Ausgabe der Gesprächsreihe ‚Vogelperspektiven‘ in die Molkerei. Moderator Dominic Brochier eröffnete den Abend mit einem Blick in den voll besetzten Saal: „Es ist überwältigend, wie viele Menschen heute da sind.“ Das Versprechen ans Publikum: „90 Minuten, in denen wir tief eintauchen und uns mit Ihnen austauschen wollen.“

Florian Vogel machte gleich zu Beginn deutlich, warum er antritt: „Oberbürgermeister zu werden, da kommt man nicht allein drauf. Als ich gefragt wurde, musste ich das erst sacken lassen und mit meiner Frau besprechen. Ich bin überzeugter Rothenburger. Und für mich heißt Demokratie, Verantwortung zu übernehmen – auch in schwierigen Zeiten.“ Dabei treibt ihn derzeit vor allem die Sorge um, was geschieht, wenn es in Rothenburg nicht weiter voran geht. Er ist überzeugt: „Bei der Wahl im März können wir wirklich etwas verändern.“

Der 48-Jährige betonte seinen Anspruch, Menschen stärker in die Politik einbinden zu wollen und ihnen bei der anstehenden Wahl eine Alternative zu bieten. „Auch davon lebt Demokratie“, sagte Vogel. Dabei spielen Parteiprogramme für den Oberbürgermeisterkandidaten eine untergeordnete Rolle: „In einer Kommune ist eine Abgrenzung anhand eines Parteiprogramms wenig sinnvoll. Es geht darum, den maximalen Konsens zu erreichen – für die Rothenburger und die Stadt. Gemeinsam für ein lebenswertes Rothenburg.“

Photovoltaik

Ein Thema aus der ersten Veranstaltung griff der OB-Kandidat erneut auf: Photovoltaik in der Altstadt. „Wir haben ein Urteil, das PV-Anlagen nicht erlaubt. Jetzt sind wir an einem Punkt, wo wir das Urteil als Chance sehen müssen.“ Sein Vorschlag: ein Solarkataster, das sich auch mit dem Denkmalschutz vereinbaren lässt, um den Menschen klimagerechtes Wohnen in der Altstadt zu ermöglichen. „Ich möchte eine lebendige Stadt“, betonte Vogel. Dafür müsste die Kommune die Voraussetzungen und Rechtssicherheit für die Menschen Rothenburgs und die Verwaltung. „Da muss man sich mit dem Landesamt für Denkmalpflege an den Tisch setzen und zusammen Lösungen finden.“

Moderator Brochier wollte von Vogel wissen, wohin er die Stadt hinsichtlich Soziales, Kultur und Freizeit verändern möchte. „Nur wenn eine Stadt junge Familien hat, bleibt sie lebendig“, leitete Vogel ein. „Um das zu schaffen, muss ich das immer aus dem Blick der Rothenburger betrachten. Wir brauchen Arbeitsplätze, eine florierende Wirtschaft, Wohnraum, eine gute Gesundheitsversorgung – und attraktive Freizeitangebote.“ Beim Wohnungsmarkt sieht er Handlungsbedarf: „Wir brauchen auch große Wohnungen, damit auch Familien einziehen können. Und wir müssen den Leerstand angehen – Eigentümer ansprechen, Hilfsleistungen stellen, damit mehr Wohnraum zur Verfügung gestellt wird.“

Krankenhaus Rothenburg

Das Thema Krankenhaus bewegte viele Gäste spürbar. Vogel machte deutlich: „Derzeit heißt es, das Krankenhaus ist gesichert. Ich habe mit Ärzten und Krankenschwestern gesprochen Und wer sich mit den Mitarbeitenden des Krankenhauses unterhält, der wird feststellen: Sie sind eher vom Gegenteil überzeugt: Die Gesundheitsversorgung ist eben nicht auf die kommenden Jahre gesichert.“ Seine Kritik: „Es ist immer noch das exakt gleiche Management von ANregiomed, die das Krankenhaus zu dem gemacht haben was es jetzt ist.  Es werden scheibchenweise Leistungen weggegeben – Gynäkologie weg, Kardiologie weg und das geht gerade so weiter. Jetzt haben wir noch eine 24-Stunden-Chirurgie, aber auch nur solange ein Oberarzt da ist.“ Vogels Eindruck sei, dass man jetzt erstmal für Ruhe sorgen wollte. „Die Sache geht uns Rothenburger alle ans Herz. Wir müssen heute aufstehen und sagen: Wir wollen unser Krankenhaus behalten.“ 
Er will eine Initiative starten, um Mediziner, Pflegekräfte und Hebammen zu gewinnen – gemeinsam mit den Umlandgemeinden. „Wir müssen intelligent an die Sache rangehen und den Gesundheitsstandort Rothenburg weiterentwickeln – etwas für jungen Familien und den sehr alten Menschen tun! Hier liegt auch eine Chance!“, ist er überzeugt.

Kinderbetreuung

Auch die aktuelle Lage in der Kinderbetreuung sieht der OB-Kandidat kritisch: „Kinderbetreuung ist eine Pflichtaufgabe. Was wir wirklich brauchen, sind Krippen- und Kitaplätze, damit Eltern wissen, dass ihre Kinder gut versorgt sind. Es ist dringend notwendig, dass wir in eine Phase kommen, in der Kitas saniert werden.“ Die Finanzierung sei eine große Herausforderung: „Die Kommunen sind belastet. Die Pflichtaufgaben sind in den vergangenen Jahren nicht erfüllt worden.“ Für kurzfristige Entlastung denkt Vogel über Kooperationen mit Investoren nach: „Es gibt Investoren, die wollen in der alten BayWa urbanes Wohnen ermöglichen – für alte Menschen ist eine Tagespflege geplant. Wäre da vielleicht auch ein Kindergarten möglich? Diesbezüglich könnte man doch mit dem Investor sprechen.“

Teilhabe

Gemeinschaft funktioniert nur mit echter Aufmerksamkeit füreinander“, betonte Vogel. Er will Teilhabe weiter stärken – der geplante Bürgerbus, ein Rufbussystem, das Menschen zu Ärzten oder kulturellen Veranstaltungen bringt, sei ein wichtiger erster Schritt. „Großartig wäre auch ein ehrenamtliches Bürgertaxi, um Menschen die Teilhabe auch am kulturellen Leben Rothenburgs zu ermöglichen, wenn der Bürgerbus nicht fährt.“

Tourismus

Für Vogel gilt hinsichtlich der Zukunft des Tourismus: „Erst müssen sich die Rothenburger wohlfühlen. Wenn wir Freude an unseren Veranstaltungen haben, fühlen sich auch die Touristen wohl.“ Als Beispiel nannte er das Festspielmuseum, das durch lebendige Stationen belebt wurde: „Wir machen das nicht, um Leute zu locken, sondern weil wir selbst dran Spaß haben. Und das gefällt auch den Besuchern.“

Wirtschaft

Auch die wirtschaftliche Entwicklung war erneut ein bestimmendes Thema. „Wirtschaftspolitik ist Chefsache, Vertrauen aufbauen in den Wirtschaftsstandort Rothenburg“, sagte Vogel. „Das ist auch eine Frage des Führungsstils!“ Er will Investoren gewinnen und die Zusammenarbeit mit den Umlandgemeinden verbessern: „Das Umland darf nicht vernachlässigt werden. Ein OB sollte genau hier ansetzen und sagen: Ohne euch geht es nicht.“

Aus dem Publikum kam die Frage, wie Firmen nach Rothenburg kommen sollen, wenn kein Land verfügbar ist. Vogel entgegnete: „Man muss auf Grundstückseigentümer aktiv zugehen. Und wenn die Flächen nicht reichen, muss man mit Nachbarkommunen über mögliche Kooperationen sprechen.“

Auch das Brauhausgelände kam zur Sprache. Ein Bürger zeigte sich überzeugt, dass das Projekt endgültig gescheitert sei. „Ich kenne den Investor und Betreiber – das ist vorbei“, sagte er. Vogel widersprach: ‚Ich bin niemand, der pauschal sagt, etwas geht nicht. Vergangene Fehler sollten wir im Bewusstsein haben, aber wir müssen nach vorne blicken.“

Freizeit und Kultur

Beim Thema Freizeit und Kultur sprach Vogel die Musikschule an: „Das ist für mich eine der wichtigsten kulturellen Bildungseinrichtungen Rothenburgs. Aber auch die sollten wir weiterentwickeln. Es wird nicht reichen, dass die Umlandgemeinden ihre Kinder in unsere Musikschule schicken und einfach das Anderthalbfache zahlen. Man muss sie stärker in die Musikschule mit einbinden. Die ganzen umliegenden Vereine leben vom Nachwuchs, wenn sie keinen haben, dann geht auch dort nichts voran.“

Die Vereine seien das „Grundgerüst der Stadt“ und müssten stärker unterstützt werden. Er warnte vor Investitionsstaus und forderte, Projekte planvoll mit frischem Blick anzugehen. „Ich setze auf Synergien und glaube, dass wir als Kommune starke Partner brauchen.“

Eine Campingplatzbetreiberin aus Detwang meldete sich zu Wort: „Camping boomt, das wäre eine tolle Werbemöglichkeit für die Stadt. Wir haben aber nicht mal einen Bus, um die Gäste in die Stadt zu bringen.“ Vogel räumte ein: „Zur Wahrheit gehört, dass der Kreis beim ÖPNV nur begrenzt leistungsfähig ist. Aber als Stadt sollten wir schauen, ob Bedarf da ist. Wenn man die Zahlen erhebt, hat man Argumente.“

Zum Schluss ging es um Transparenz und Dialog. Vogel würde daher auch die Bürgersprechstunde wieder einführen und Ortsteilbegehungen reaktivieren: „Wir müssen es gemeinsam anpacken. Rothenburg darf nicht stehenbleiben. Wir brauchen Mut, Ideen und den Willen, Dinge zu verändern.“

Zum Kandidaten:

Nach dem Abitur am Reichsstadtgymnasium und dem Zivildienst in der Rothenburger Jugendherberge studierte Florian Vogel von 1999 bis 2003 Forstwissenschaften an der Technischen Universität München in Freising und legte anschließend die große forstliche Staatsprüfung ab. 2005 trat er in den Dienst der Bayerischen Staatsforsten ein, zunächst als Mitarbeiter der Forsteinrichtung.

2013 wurde Vogel stellvertretender Forstbetriebsleiter in Rothenburg. 2017 trat er die Leitung des Spessart-Forstbetriebs in Rothenbuch an.

Nach acht Jahren kehrte er zum Jahreswechsel als Forstbetriebsleiter nach Rothenburg zurück.
Seit 20 Jahren ist er Umweltbeauftragter des Taubertal-Festivals und seit bald zehn Jahren verkörpert er beim Bühnenstück „Der Meistertrunk“ des Historischen Festspiels die Figur des Bürgermeisters Johann Bezold.

Vogel kandidiert für die CSU bei der OB-Wahl am 8. März und auf Listenplatz 35 für den Kreistag.

9. Dezember 2025

Florian Vogel zum
Krankenhaus Rothenburg:

„Leider haben sich meine Befürchtungen, die ich bereits in meiner letzten ‚Vogelperspektive‘ in der Molkerei geäußert habe, nun offenbar bestätigt.

Wie aus der aktuellen Berichterstattung der FLZ hervorgeht, steht unser Krankenhaus weiterhin unter erheblichem Druck und seine Zukunft ist nach wie vor ungewiss.

Im Gespräch mit Ärztinnen, Ärzten und Pflegekräften wurde mir deutlich, dass auch sie die Perspektiven unseres Krankenhauses äußerst pessimistisch einschätzen.

Wenn wir das Leistungsspektrum und damit die Zukunft unseres Krankenhauses erhalten wollen, brauchen wir dringend einen echten Neustart – und dieser muss an der Spitze von ANregiomed erfolgen.

Es ist jetzt entscheidend, dass die politischen Verantwortungsträger im Landkreis und in den Kommunen entschlossen handeln, klare Zeichen setzen und auf einen Neuanfang im Management von ANregiomed drängen.

Nur ein Management, das glaubwürdig und konsequent hinter unserem Krankenhaus steht, wird in der Lage sein, dessen Bestand langfristig zu sichern.“